Scham - die oft unsichtbare Angst vor Ausgrenzung. 
Und die Antwort darauf.

Scham ist eines der unangenehmsten menschlichen Gefühle. Es ist daran geknüpft, wie andere uns sehen. Haben wir das Gefühl Erwartungen nicht erfüllen zu können, empfinden wir Scham. Diese soll uns davor schützen, aus einer Gruppe ausgeschlossen zu werden. 

Die Befragung von Polizisten hat gezeigt, dass sich in der Polizei inzwischen vieles bewegt hat und es mehr psychologische Unterstützung gibt und das Thema mehr Raum bekommt als früher. Dennoch gibt es nach wie vor viele Hindernisse, die dafür sorgen, dass Polizist:innen sich keine Unterstützung holen, selbst dann, wenn es sich eigentlich notwendig anfühlt. 

Ein Punkt rückte dabei immer wieder in den Fokus: Die Angst vor Ausgrenzung, die Angst vor Mobbing, das nach wie vor vorhandene Gefühl, dass man als schwach gewertet werde, wenn man Belastungen zugibt und/oder sich psychologische Unterstützung sucht. Es besteht die offensichtlich nicht unberechtigte Sorge, beschämt zu werden, wenn offen über die Inanspruchnahme von Hilfe oder mit etwas nicht gut klargekommen zu sein, gesprochen wird. 

Betrachtet man das Thema von Nahem, stellt man fest, dass sich selbst schämen und andere beschämen zwei Seiten derselben Medaille sind. Angriff ist die beste Verteidigung. Lieber den anderen vorführen als in Berührung mit der eigenen Unsicherheit zu kommen, als vielleicht noch sagen zu müssen, dass einen etwas auch belastet hat, oder dass etwas einem auch Angst gemacht, oder dass man unsicher ist, weil man einfach nicht weiß, wie man dem anderen, der da gerade seine Gefühle und seine Not zeigt, helfen kann. 

Aber nochmal auf Anfang: Was ist Scham eigentlich?

Scham ist eines der unangenehmsten menschlichen Gefühle. Es ist daran geknüpft, wie andere uns sehen. Haben wir das Gefühl Erwartungen nicht erfüllen zu können, empfinden wir Scham. Diese soll uns davor schützen, aus einer Gruppe ausgeschlossen zu werden. Leider wird der Mensch alles tun, damit das nicht passiert. Auch runterschlucken, was ihn bewegt, so tun als sei alles gut, oder andere runtermachen, um sich selbst besser zu fühlen. Zumindest wenn das dazu führt, dass man seinen Platz in der Gruppe so gesichert sieht.

Ebenso wie Scham im zwischenmenschlichen Kontakt entsteht, kann sie in ihm aufgelöst werden, wenn Sie den Raum dafür öffnen können, dass alles, was sonst nicht da sein kann, da sein darf. Das klingt vielleicht erstmal banal, aber gerade in einem Feld, in dem es notwendig ist, Emotionen im Alltag beiseite zu schieben und trotz Belastung weiter zu machen, kann es Mut erfordern, diese verinnerlichten Verhaltensweisen beiseite zu schieben und Raum für Emotionen, Schmerz und Überforderung zu geben. Etwas Wertvolleres können Sie für Ihre Kolleg:innen und für die Sicherheit innerhalb Ihrer Gruppe nicht tun, denn: solche Begegnungen schaffen Vertrauen. Vertrauen schafft Sicherheit und das ist letzten Endes das, was Sie als funktionierende Gefahrengemeinschaft brauchen. 

Wo es sicherer ist, Gefühle und Belastungen zu zeigen, als über andere herzuziehen, und miteinander statt übereinander zu sprechen, entsteht ein Raum, in dem Scham kein Platz mehr hat und aus dem heraus sie als ganze Gruppe viel funktionaler agieren können, als zuvor.

Und auch wenn das erstmal komisch scheint. Das kann man lernen. 
Gerne erarbeite ich mit Ihnen neue Wege miteinander ins Gespräch zu kommen und die Perspektive auf Belastungen und Gefühle konstruktiv zu verändern.

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